Freifunk Rheinland Net 2.0

Aus Freifunk Rheinland e.V.
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Dieses Dokument soll unsere Bemühungen zusammenbringen, eine neue Struktur in unserem Netzwerk aufzubauen. Status: Konsensfindung. Bitte anschauen und Verbesserungsvorschläge einbringen. Autoren: takt, nomaster.

Zielsetzung

Wir wollen folgende Anforderungen umsetzen:

  • Konnektivität: Global geroutete IPv6-Adressen und im Freiunk-Netz geroutete IPv4-Adressen (plus Peering mit DN42 und andere)
  • Dezentralität: Mehr redundante Anbidungen pro Wolke, Transfernetz mit redundanten Gateways
  • Autonomie: Communitys erhalten eigene Teile der Infrastruktur, die untereinander verbindet
  • Skalierbarkeit: Kleine Communities zusammenlegen, niedriger technischer Aufwand für neue Communitys

Es gab Forderungen nach internen Diensten im Freifunk. Das halten wir nur dann für sinnvoll, wenn diese internen Dienste auch extern verfügbar sind. Das heißt, dass jeder Mensch an seine Freifunk-Nodes einfach Geräte anschließen kann, die dann sofort im Internet sind und dort auch von außen erreichbar. Eigener Mailserver zu Hause? Kein Problem. E-Mails direkt zum Server des Nachbarn funken? Wie subversiv.

Wenn alles gut läuft, fügen wir der gesamten Freifunk-Community etwas hinzu: nämlich ein Modell für Skalierbarkeit in Richtung mehr Communities. Der Freifunk Rheinland e.V. hat die Möglichkeit, mehre Communities zu organisieren und für deren Verbindung zu sorgen.

Argumente gegen bisherige Struktur

Die bisherige Struktur ist in mehreren Punkten hinreichend widerlegt:

  • N2N zwischen den Nodes wird wegen NAT fast ausschließlich über Supernodes geleitet. Zuviel Traffic-Verbrauch dort und Ausfälle.
  • N2N skaliert nicht, weil für jede weitere Node mit Internet-Anschluss (Queen) zu jeder vorhandenen Node eine eigene Verbindung aufgebaut wird.
  • OpenVPN von den Queens zum Aggregator ist Single Point of Failure
  • OpenVPN auf den Nodes ist ein zu großes Software-Paket
  • OpenVPN bietet wenig Bandbreite wegen schwacher CPU in den Plastik-Routern
  • OpenVPN-Accounts händisch anlegen und auf den Nodes konfigurieren ist aufwändig
  • DHCP, NAT, DNS-Relaying belasten Queens übermäßig
    • DHCP ist kein Problem, die DHCP Probleme aus der Vergangenheit kommen von uhttpd welcher in manchen situationen 100% CPU zieht und Dienste wie DHCP funktionieren dann nicht mehr richtig.
    • Außerdem sollte nicht zu viel DHCP-Traffic Fastd fließen, hier für gibt es den VPN-Hybrid Queen Mode in der neuen Firmware (DHCP verteilt nur den Exit-VPN als Gateway&DNS)
  • Rouge (unrechtmäßige) Router Advertisements und DHCP-Server verhindern Konnektivität
    • Die RA's kommen von eine Bug in der jetzigen radvd config Lcb01 (Diskussion)
    • Multiple DHCP-Server sind alternativlos, die Firmware muss auch ohne Fastd und zentrale Infrastruktur funktionieren. DHCP-Scopes werden per Batman-adv sowieso limitiert. Gateways ohne Verbindung müssen den Batman-Adv server mode automatisch abschalten Lcb01 (Diskussion)
  • Single Point of Failure beim VPN-Aggregator (DS9)
  • Tote Verbindungen zum Tunnel-Broker werden nicht immer erkannt
    • Neuer VPN-Routed Queenmode checkt mittels pings über die VPN-Verbindung ob diese noch funktioniert und wechselt notfalls in den ghost / robinson oder drone state ( je nach mesh umgebung) Lcb01 (Diskussion)

Möglich ist, dass wir die Zustands-Automaten auf den Nodes (die zwischen Queen, Drohne und Robinson wechseln), gänzlich abschaffen. Clients sollen sich selber Link-Local-Adressen generieren. Wenn Internet dran ist, machen das einfach die Gateways.

    • Nein, dies ist nach wie vor priorität: Dies soll keine zweite Lübeck-Firmware werden! Lcb01 (Diskussion)

Möglich ist, dass wir das Captive Portal abschalten oder zumindest auf HTTP-Verbindungen beschränken, da in diesem Entwurf Betreiber von Internet-Zugängen vor Ort nicht mehr als Störer haftbar zu machen sind, auch wenn sie keine Tunnel-Verbindung manuell eingerichtet haben; eine Automatische Registrierung der Nodes ermöglicht dies.

    • Ist Abschaltbar in der neuen Version.

Neue Funktionalitäten

Broadcasts

Freifunk Communities können nicht beliebig groß werden. Das liegt daran, dass ein Teil des Netzwerk-Traffics ins gesamte Netzwerk einer Community verbreitet werden muss. Dieser Broadcast-Traffic erreicht alle Endgeräte im Netzwerk. Das Netzwerk nennt man daher "Broadcast-Domäne".

    • Wird ab der neuen version mittels ebtables gefiltert, Split horizon für den VPN-Link wird gerade eingebaut. Lcb01 (Diskussion)

Accounting:

Die Broadcast-Pakete sollen pro Knoten accountet (gezählt) werden. Das Limit ist (spätestens) dann erreicht, wenn die Downstream-Verbindung einer Node (DSL-Anschluss oder ähnliches) mit Broadcast-Paketen verstopft ist. Phänomen: Abgeschnittene Spitzen auf dem Graphen des Broadcast Traffics einer Node. Collectd soll in default Konfiguration die entsprechenden Informationen sammeln.

    • Wird ab der neuen version mittels ebtables gefiltert, außerdem haben die Nodes nciht genügend CPU-Leistung dafür jedes Paket zu zählen. Lcb01 (Diskussion)

Rate-Limiting:

Politische Fragestellung: Sollen Broadcasts limitiert/unterdrückt werden, um das oben genannte Problem zu vermeiden? Angreifer könnten beliebig viel Broadcast-Traffic verschicken, um das Netzwerk zu verstopfen (Flooding). Zumindest sollen Nodes also den Broadcast-Traffic limitieren, um einen solchen Denial-of-Service-Angriff zu unterbinden.

    • Politik hat hier nix zu suchen: Ohne filterung ist ab etwa 30 Nodes/Queens schluss. Lcb01 (Diskussion)

Filtering:

Es soll innerhalb des Subnetzes jeder Community jeweils ein Subnetz für Gateways definiert werden. DHCP-Adressvergaben (DHCPOFFER) und IPv6 Router Advertisements (RA) sollen nur von diesem Subnetz ausgehen. Alle sonstigen DHCPOFFER und RA werden auf den Nodes gefiltert. Hierdurch sollen nicht nur Angriffe verhindert, sondern auch Konfigurationsfehler abgefangen werden.

    • DHCP muss je nach Queenmode gefiltert werden: z.b. im VPN-Hybrid mode

Gateway High Availability:

Gateways sollen ein First Hop Redundancy Protocol (FHRP) verwenden, um Verfügbarkeit zu erhöhen. Dabei kann die IP-Adresse des Default-Gateways den Host wechseln. Eine Implementierung erfolgt entweder per VRRP oder CARP. Da für IPv4 NAPT (Network-Adress-Translation mit Port-Mapping wie üblich) verwendet wird, ist anzudenken die Verbindungstabellen der Gateways zu synchronisieren. Für IPv6 soll dynamisches Routing verwendet werden.

Backbone:

Die Gateways der Communities sollen per dezentralem VPN (N2N oder Tinc) miteinander verbunden werden. Auf diesem Schicht-2 Netz soll ein Interior-Gateway-Protocol (IGP) verwendet werden, um Routing-Tabellen auszutauschen.

    • Tinc ist nicht empfohlen, es meshed selber und sorgt damit für unnötig viele rebroadcasts! Das gleiche gilt für N2N

IPv6-Konnektivität:

Diese soll vorerst über einen oder mehrere Tunnel-Broker (z.B. SIXXS, HE.net) hergestellt werden. Tunnel-Broker weisen uns jeweils ein IP-Subnetz /48 mit 80 Bit Adressraum zu. Die Tunnel terminieren auf zusätzlichen Knoten, die am Backbone angeschlossen sind. Ihre Routen verteilen sie per IGP.

Außerdem ist anzudenken diese Knoten mit Netzen anderer Freifunk-Communitys peeren zu lassen (BGP). Dort werden Autonome Systeme (AS) mit Nummern aus dem Privatbereich verwendet. Mittelfristig möchten wir öffentliches Peering mit einem offiziellen AS.

IPv4 Konnektivität:

Analog zur IPv6-Konnektivität verwenden wir hier Tunnel-Broker. Weil wir dort jeweils nur eine einzige geroutete Adresse erhalten, machen wir NAPT. Der Traffic wird über mehrere Tunnel-Broker verteilt. Die Gateways überprüfen die Qualität der Verbindung und melden sich bei Ausfällen selber ab.

Das jetzige IPv4-Netz 10.78.0.0/16 soll als einziger Adressbereich für Freifunk Rheinland verwendet werden. Dieses Netz soll in 32 Subnetze zu je 2048 IP-Adressen (/21) unterteilt werden. Jede Community erhält dann ein /21 Subnetz.

    • Dies zerstört die Funktionalität der FSM wie sie momentant implementiert ist und gefährdet die autonomie der Firmware: Zentrale Dinge wie VPN / IP-Listen wo man sich einträgt sind optional und dürfen bei Ausfall nicht den Betrieb der Firmware gefährden.